Wattwanderung
im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer am 14. August 2010

von Gudrun Müller
Fotos: Gudrun Müller, Armin Tischel und Volker Czuberny
20. August 2010

Anlässlich des 35jährigen Bestehens des Gehörlosen-Sportverbandes Schleswig-Holstein e.V. wurde nach den Jahren 1989 und 1998 die dritte Wattwanderung von dem 2. Vorsitzenden Alfred Schild mit Erfolg organisiert.

Ab 9.30 Uhr trafen sich alle TeilnehmerInnen per Auto beim Ehepaar Krinke und Karl-Werner Broska im Cecilienkoog zusammen. Nach der Begrüßung durch den Organisator Alfred Schild, führte er uns in langer PKW-Reihe hintereinander zum Parkplatz Lüttmoorsiel. Es waren genau 36 Autos!

Unter der sachkundigen Wattführung vom 1. Vorsitzenden des Gehörlosen-Sportverbandes Schleswig-Holstein, Karl-Werner Broska, nahmen 75 Teilnehmer und auch drei Hunde aus ganz Schleswig-Holstein und Hamburg an der Wattwanderung teil. Sie begann vom Festland Lüttmoorsiel / Reußenköge aus bei ablaufendem Wasser (= Ebbe) barfuß 4 km nach Hallig Nordstrandischmoor, auch Lüttmoor genannt. K.-W. Broska gab uns wichtige Informationen über Gefahren bzw. Vorschriften im Wattenmeer. Auch informierte er, dass die UNESCO, die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation, das Wattenmeer am 26. Juni 2009 in Sevilla/Spanien in die Liste des Welterbes aufgenommen hat. Damit steht das Wattenmeer auf einer Stufe mit anderen weltberühmten Naturwundern wie dem Grand Canyon in den USA und dem Great Barrier Reef in Australien, die ebenfalls zum Weltnaturerbe gehören. Als Gründe für die Entscheidung nannte man bei der Unesco die außergewöhnlich große Artenvielfalt mit etwa 10.000 verschiedenen Tier- und Pflanzenarten sowie die ökologische und geologische Bedeutung des Wattenmeeres als größte zusammenhängende Fläche von Schlick- und Sandwatt. Am spektakulärsten ist der Vogelzug im Frühjahr und Herbst mit bis zu zwölf Millionen Vögeln, die eine Rast im Wattenmeer einlegen.

Dann ging es los. Mit einem Bein bis zum Knöchel und dem anderen bis unter dem Knie im Schlamm zu stecken, war für uns mühsam, das Gleichgewicht zu halten.

Die Wattwanderung

Entlang der Salzwiesen und Halligflieder mit vielen Schafen und Kühen gingen wir auf die Hallig und machten dort anderthalb Stunden Rast. Kurz vor der Rückkehr wurden Gruppenfotos mit vielen Digitalkameras aufgenommen. Es war ziemlich lang, denn es war höchste Zeit wieder zurück zum Festland zu laufen, warnte Broska. Auf dem Rückweg wurden wir mit auflaufender Flut bis zur Taille überrascht. Während viele Gehörlose mühelos durch die Flut gingen, halten die Helfer den Gleichgewichtsstörenden aufrecht. Alle waren von der einmaligen Naturlandschaft sehr beeindruckt, auch das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite.

Auf der Hallig Nordstrandischmoor

Wieder in Lüttmoorsiel angekommen, waren einige von uns erschöpft vom Flutdurchgehen im Schlickwatt, ein schönes Abenteuer! Nach Rückkehr nach Cecilienkoog zum Obstgarten vom Ehepaar Broska, wo ein großes Zelt und ein WC-Häuschen aufgebaut waren.

Am Nachmittag gab es Kaffee, Kuchen und Torten, die die Frauen vom GSV Husum selbst gebacken haben ..hmm … lecker! Hervorzuheben war das harmonische Beisammensein im Zelt und Obstgarten.

Nebenan auf dem Ackerfeld des Nachbars von K.-W. Broska ließ Helmut Wiech (GSF Neumünster) seine 5 Drachen hochsteigen, darunter auch die "Fledermaus", die sich wie lebendige bewegten. Zu unserem großen Staunen war auch ein mit 96 bunten Regenhäuten selbstgeschneiderten 8 Meter Durchmesser Riesendrachen darunter. Eine schöne Abwechslung!

Wir verlebten einen netten Abend bei Grillfleisch, Grillwürstchen, Salaten und Getränken. Der "Grillmeister" Peter Berg und sein Helfer Winfried Domnick aus Flensburg sorgten dafür, dass das Fleisch und die Wurst gut und schmackhaft waren.

"Grillmeister" P. Berg und seine Helfer

Der 1. Vorsitzende des Gehörlosen-Verbandes Schleswig-Holstein, Hans-Hermann Schulz, beglückwünschte K.-W. Broska zum 35jährigen Bestehen des Gehörlosen-Sportverbandes Schleswig-Holstein, ebenso Wulf Wendrich vom GV Pinneberg.

Roswitha Schauenburg übergab dem Ehepaar Broska das von allen TeilnehmerInnen eingesammelte Geld als Dank für die Verfügung seines Obstgartens. Ebenso dankte Alfred Schild allen vom Ausrichterverein GSV Husum für ihre Mithilfe mit kleinen Aufmerksamkeiten. Dieser Abend endete in heiterer Stimmung.

Bilder